Akkordsymbole

Um Songs nach „Leadsheets“ spielen zu können, muss man wissen, was die Akkordsymbole bedeuten.

Leider sind diese in den verschiedenen Ausgaben von Song-Büchern nicht ganz einheitlich. Daher muss man auch einige Varianten von Symbolen kennen.

TIPP: Für die erste Praxis sind zunächst die einfachen Dur- und Moll-Akkorde wichtig.
Viele Zusatzbezeichnungen (Optionstöne) kann man ggf. erst einmal weglassen oder vernachlässigen, wenn man diese noch nicht kennt oder umsetzen kann. Dadurch muss man sich also nicht verunsichern lassen, sondern kann einfach die Basis-Akkorde spielen.

Dur-Akkorde werden immer mit einem einzelnen Großbuchstaben symbolisiert.

Mollakkorde werden meistens mit einem Großbuchstaben und einem angehängten „m“ für Moll geschrieben – z.B. „Cm“ = C-Moll.
Seltener findet man noch die alte Schreibweise mit Kleinbuchstaben als Symbol für Mollakkorde .
Im Jazz gibt es auch das Minuszeichen „-“ oder „Mi“ als Anhang an den Grundton.
Diese Varianten sollte man also kennen.

Ist bereits der Stammton erhöht oder erniedrigt, wird ihm ein hochgestelltes Versetzungszeichen angehängt.
Inzwischen setzt sich allgemein auch bei uns das „B“ für unser „H“ durch, denn international kennt man kein H! Das ist ein deutschsprachiges Phänomen aus dem Mittelalter.
Auch das „B“ mit einem Auflösungszeichen – als eindeutigen Hinweis auf unser „H“ – kommt vor.

 

Die weiteren Zahlen bei Akkordsymbolen – teils mit Versetzungszeichen – symbolisieren Intervalle vom Grundton aus, die als zusätzliche Töne mitgespielt werden sollen.

Oft findet man die „7“ – immer als eine zusätzliche kleine Septime!

Für die seltenere große Septime findet man den Zusatz „maj7“ – oder im Jazz „Ma7“ oder ein kleines Dreieck.

TIPP: Spieltechnisch lässt man bei Septakkorden meist den Grundton im Akkord der rechten Hand weg und ersetzt diesen durch die Septime (= Sekunde unter dem Grundton).
Den Grundton spielt man ja auf jeden Fall im Bass.

„6“, „9“, „2“, „11“, „13“ bedeuten immer große oder reine Intervalle.
Nur die „7“ ist ein kleines Intervall!

Versetzungszeichen vor Zahlen erhöhen oder erniedrigen diese entsprechend.

Dann gibt es die „4“ oder „sus 4“ oder „sus“: hier wird die Quarte statt der Dreiklangsterz gespielt!

Bei der „Slash-Schreibweise“ wird hinter dem Akkordsymbol ein Schrägstrich (Slash) gesetzt und dahinter ein weiterer Ton geschrieben. Diesen Ton soll man hier als Basston spielen – statt dem normalerweise zu spielenden Grundton!
C/E = C-Dur mit E als Basston!
Diese Schreibweise findet man auch mit einem Unterstrich, statt dem Slash. Hier ist der Ton unter dem Strich dann der zu spielende Basston.

„dim“ oder „dim7“ oder ein hochgestellter Kreis „o“ symbolisieren den verminderten Septakkord, der nur aus kleinen Terzen besteht (Grundton – kleine-Terz – verminderte Quinte – verminderte Septime).

„add2“ oder „add9“ bedeutet, dass man diesen Ton zusätzlich zum Dreiklang spielt – im Gegensatz zu „sus2“ – wo dieser Ton dann die Terz ersetzt (s.o.)!

(Eine einzelne „9“ symbolisiert im Jazz auch abgekürzt immer direkt „7/9“. Bei „add9“ wird jedoch die „7“ nicht automatisch mitgespielt!)

Wichtig ist also erst einmal, die „normalen“ Dreiklänge zu kennen und spielen zu können.
Dann sind als Erweiterungen die kleine Septime, die sus4 und ggf. die Slashakkorde zweit-wichtig.
Alle anderen Optionstönen (Zusatztönen) kann man ggf. erst einmal weglassen oder später erweitern. Zum Teil ergeben diese sich öfter bereits aus dem Zusammenspiel mit der Melodie!

 

Laden Sie sich hier einen Überblick mit den wichtigsten Akkord-Symbolen runter:

Download: Akkordsymbole

 

Weiterhin viel Erfolg und Freude mit Ihrem Klavierspiel!

Hansmartin Kleine-Horst